Para·lympics: Heidelberger gewinnt Medaille

Nikolai Kornhaß


Olympia ist ein Wett·kampf.
Sportler aus aller Welt machen mit.
Menschen mit Behinderung können
bei den Para·lympics mit·machen.
Die Para·lympics waren 2016 in Brasilien.
Nikolai Kornhaß war dabei.

Es gab 155 Sportler für Deutsch·land bei den Para·lympics.
Es gab dabei 53 Medaillen für Deutsch·land.
Nikolai Kornhaß hat eine Bronze·medaille gewonnen.
 
Nikolai Kornhaß bei einem Judo·kampfNikolai Kornhaß macht Judo.
Judo ist ein Kampf·sport.
Es kämpfen immer
zwei Sportler gegen·einander.
Nikolai Kornhaß hat eine Seh·behinderung.
Einfach Heidelberg hat Nikolai Kornhaß befragt.
 
 
 
Die Redaktion befragt Nikolai KornhaßDie Redaktion fragt:
Wie sind Sie zum Judo gekommen?
 
Nikolai Kornhaß sagt:
Ich habe als Kind viele Sport·arten gemacht.
Ich habe mit Fuß·ball angefangen.
Als Kind habe ich gut gesehen.
Es wurde dann immer schwieriger.
 
Ich musste mich beim Sehen um·stellen.
Es fällt mir heute schwer, Gesichter zu erkennen.
In meiner Frei·zeit schränkt mich das wenig ein.
 
Früher habe ich im Dorf·verein Judo gemacht.
Inklusion war kein Thema bei mir.
Es war immer selbst·verständlich.
 
Die Redaktion fragt:
Ist Judo mit Seh·beeinträchtigung anders?
 
Nikolai Kornhaß sagt:
Nein. Wir machen das gleiche Training.
Ein paar Sachen muss man uns genau zeigen.
Es sind aber die gleichen Techniken und die gleichen Regeln.
Eine Sache ist anders:
Seh·behinderte beginnen einen Kampf direkt mit einem Griff am Judo·anzug.
 
Die seh·behinderten Sportler werden in 3 Klassen ein·geteilt:
B1 heißt: Der Sportler ist ganz blind.
B2 heißt: Der Sportler sieht sehr schlecht.
B3 heißt: Der Sportler sieht wenig.
Seh·behinderte und blinde Menschen haben farbige Punkte am Anzug.
Man sieht an den Punkten, wie stark die Seh·behinderung ist.
 
Ein Kampf dauert 4 Minuten.
Es gibt Unter·brechungen.
Dann wir die Zeit gestoppt.
Wenn Gleich·stand ist, gibt es ein Stechen.
 
Die Redaktion fragt:
Wie sind Sie zu den Para·lympics gekommen?
 
Nikolai Kornhaß sagt:
Ich mache seit 13 Jahren Judo.
In Heidelberg kann man gut Judo machen.
Die beiden Bundes·trainer für Seh·geschädigte sind hier in Heidelberg.
Deshalb bin ich nach Heidelberg gekommen.
In Sindelfingen und in München gibt es noch ein Zentrum.
 
Über 2 Jahre habe ich Punkte für die Para·lympics gesammelt.
Dann durfte ich teil·nehmen.
Das hat viel Zeit gebraucht.
Man ist später ganz froh,
wenn sich das gelohnt hat.
 
Nikolai Kornhaß im Judo·anzugDie Redaktion fragt:
Sie trainieren sehr viel.
Wo nehmen Sie die Lust dazu her?
 
Nikolai Kornhaß sagt:
Der Sport macht Spaß.
Man hat ein Ziel vor Augen.
Dafür strengt man sich an.
 
Manchmal ist es auch ein bisschen viel.
 
Die Redaktion fragt:
Wie fühlt man sich bei der Eröffnungs·feier bei den Para·lympics?
 
Nikolai Kornhaß sagt:
Das ist beeindruckend.
Da passen 80.000 Menschen ins Stadion rein.
Ich habe versucht, das zu genießen.
Von unten sieht das Stadion gar nicht so groß aus.
Ich war aufgeregt, aber es war okay.
Ich war erstaunlich ruhig.
Ich habe mich auch gefreut.
 
Die Redaktion fragt:
Sie haben den dritten Platz gemacht.
Wie fühlt sich der Jubel von den Fans an?
 
Nikolai Kornhaß sagt:
Ich habe das nur ganz am Rande gemerkt.
Beim Wett·kampf bin ich so konzentriert.
Mir ist das nicht so wichtig,
ob viele Menschen zu·gucken oder wenige Menschen.
Das war dennoch ein gutes Gefühl.
 
Nikolai Kornhaß in der RedaktionDie Redaktion fragt:
Sie wollen Lehrer werden.
Sie studieren in Heidelberg.
Wie ist das mit dem Erfolg
zurück an die Hoch·schule zu gehen?
 
 
 
 
Nikolai Kornhaß sagt:
Ich möchte seh·behinderte Kinder unter·richten.
Als Lehrer kann ich für sehbehinderte Kinder ein Vor·bild sein.
Mein Studium und der Leistungs·sport passen nicht gut zusammen.
Ich muss sehr diszipliniert sein.
Ich muss Fehl·zeiten nachholen.
An der Hoch·schule haben nicht Viele gewusst,
dass ich bei den Para·lympics war.
 
Die Redaktion fragt:
Waren Sie schon mal verletzt?
 
Nikolai Kornhaß sagt:
Judo ist kein gefährlicher Sport.
Ich hatte bisher nur kleine Verletzungen.
Judoka haben oft verstauchte Finger.
Jeder Judoka hat sich schon mal die Fuß·zehen gebrochen.
 
Die Redaktion fragt:
Was wissen Sie über Doping bei den Para·lympics?
 
Nikolai Kornhaß sagt:
Es gibt auch bei den Para·lympics Doping.
Ein Judoka war 2016 gedopt.
Der wurde nach Hause geschickt.
Manche wollen mit allen Mitteln eine Medaille gewinnen.
Das ist unfair.
 
Nikolai Kornhaß in der RedaktionDie Redaktion fragt:
Wie sieht es den mit den nächsten
Para·lympics in Tokio 2020 aus?
Möchten Sie dort eine
Gold·medaille gewinnen?
 
 
 
 
Nikolai Kornhaß sagt:
Ich mache den Sport nicht wegen der Medaillen.
Ich bin nicht verbissen.
Ich würde mich über eine Medaille freuen.
Aber das muss nicht sein.
Es gibt aber auch noch viele andere gute Sportler.
Es kommen immer mehr Länder dazu.
Die Quali·fikation für die nächsten Para·lympics beginnt 2018.
 
Dieser Text ist von Willi Jakob, Peer Herbeling, Helmuth Pflanzer, Rosemarie Schnapp und Karin Terfloth.
Die Bilder sind von Nikolai Kornhaß und Moritz Damm.
 
Dieser Text ist vom 5. März2017.
 

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